Entspannung an der Ostsee
19.04. - 10.05.2011
Naja, wirklich viel Entspannung gab's nicht. Mein Tagesplan sah immer recht voll aus. Aber bevor ich erzähle, was ich alles gemacht habe, dachte ich, ich stell euch mal kurz die Anlage und die Umgebung vor. Also ... residiert wurde in der Strandklinik Boltenhagen, die sich ca. 3km vom Dorfkern Boltenhagen befindet. Kaum hat man sich am Hinterausgang der Anlage rausgeschlichen (nein, also man konnte dort ganz offiziell raus, nur wir schlichen eben ab und zu raus, da wir einer bestimmten Person manchmal einfach nicht über den weg laufen wollten.), schon umwaberten einen die Dunstwolken der Treffpunkt-Niko-Raucher, hatte man diesen allerdings durchdrungen ... da hatte man auch schon Sand in den Schuhen. Insgesamt ungefähr 5km Sandstrand und dahinter schloss sich die Steilküste an.

Am ersten Tag wollte ich nach dem Frühstück einfach nur einwenig am Strand spazieren gehen. Schuhe aus und ab mit den Füßen in die Ostsee. Meine Fresse war das KALT!!! Gefühlte Minusgrade ... ja, okay, vielleicht auch nur knapp vorm Gefrierpunkt ... na jedenfalls sch***weinekalt. *bibber* Aber nach einigen Minuten waren meine Füße dann auch an einem Punkt, wo mir die Kälte nichts mehr anhaben konnte. Es kam mir manchmal auch so vor, als würde es an einigen Stellen sogar eine mehr oder weniger warme Strömung geben. Man konnte so gar relativ weit reinlaufen, selbst nach 10m stand einem das Wasser man gerade so bis zum Knie.


Ick also vor mich hingelaufen und kam nach ner Stunde ungefähr an der Landungsbrücke von Boltenhagen an. Okay ... einen der Brückenpfeiler einfach umrundet und dann wieder zurück. Diesmal allerdings nen Schritt schneller, schließlich wollte ich um 10:30 die Ortsbegehung nach Boltenhagen mitmachen. Allet chic, pünktlich da, auf nach Boltenhagen-"City". Die "Stadt"-Führerin erzählte uns dies und jenes über das Dörfchen und die umliegenden Ortschaften und schwupps ... schon befand ich mich wieder an der Landungsbrücke. Und auch hier musste man den ganzen weg wieder zurücklaufen. Da fing ich dann aber schon wirklich einwenig an zu jammern.


3km Strandspaziergang + 3km Rückweg + 3km Ortsbegehung + 3km Rückweg = 12 KILOMETER!!! Und das alles noch vor dem Mittagessen. Am nächsten Tag hab ich aber auch mehr als gemerkt, was ich gelaufen bin. Alter Kreisverwalter!!! Den Spaß hab ich aber auch nur einmal mitgemacht. Wenn mich danach einer gefragt hat, ob ich mit nach Boltenhagen will, hab ich sofort geguckt, wann der nächste Bus fuhr. Das hab ich mir nie wieder angetan. Eine Strecke zu Fuß - okay, aber die andere definitiv mit m Bus, welche, war mir dann aber meist egal.
Quelle: wikipediaMein Tagesablauf begann fast jeden Morgen gleich, nur nicht an den Feiertagen und am Wochenende, da hatte ich nämlich immer frei. *hihi*. Ansonsten hieß es jeden morgen um 7:00 aufstehen und fertig machen zum Frühsport (7:30) am Strand. Danach gab es abwechselnd eine Mischung aus:
Boltenhagen liegt nördlich der Kleinstädte Grevesmühlen und Klütz, etwa 20 Kilometer westlich von Wismar und 30 Kilometer östlich von Lübeck. Die Gemeinde liegt im Klützer Winkel direkt an der Ostseeküste der Boltenhagenbucht als Teil der Mecklenburger Bucht. Die Halbinsel Tarnewitz mit der Tarnewitzer Huk und dem davor liegenden Fischereihafen wurde in den 1930er Jahren durch den Reichsarbeitsdienst als militärischer Versuchsflughafen zur Erprobung von Flugzeugbordwaffen aufgespült. Die sogenannte Erprobungsstelle Tarnewitz wurde von der auf dem Priwall befindlichen Erprobungsstelle See mit genutzt.
Zu Boltenhagen gehören die Ortsteile Redewisch, Tarnewitz und Wichmannsdorf.
Vorträgen, Ergometertraining, Wassergymnastik, Visualisierung (Entspannungsschläfchen), Koordinationsgymnastik, Lymphdrainage (Streicheltherapie), Funktionstraining Füße und ein Kurs Lehrküche. Meine letzte Anwendung hatte ich meist so zu 15:00 oder 15:30 und danach ging's dann mit den Mädels auf Tour oder aber an den Strand.
Wir waren ne richtig klasse Truppe (die üblichen Verdächtigen waren: Tanja, André, Slawa, Doreen, Jutta, Michaela, Silke und icke), die meisten dort vor Ort waren eh aus Berlin, also kam so was wie Heimweh gar nicht erst auf. Sonntags und/oder mittwochs saßen wir meist im Nachbardorf Tarnewitz im "Dorfkrug Zum Klausner" bei Live-Musik und leckerem Kirschbier oder aber wir verbrachten die Abende am Strand. Oft hatten wir Glück und einige der Strandkörbe waren nicht angeschlossen. Also haben wir sie kurzerhand zusammengeschoben, uns so einen Windschutz gebaut und bei ein paar Flaschen Wein gemütlich plaudernd beisammengesessen.

Aber wir feierten nicht jeden Abend, schließlich gab es noch andere Dinge zu erleben. Neben den Champions League Spielen zwischen Manchester United und Gelsenkirchen, hatten wir uns auch 2x für einen Malkurs à la Bob Ross eingetragen. Das ist der Typ, der nachts auf irgendwelchen Sendern mit nur wenigen Pinselstrichen Landschaftsbilder auf ne Leinwand zaubert. Unser Vormaler Uwe hat uns jeden Schritt genau erklärt und uns gezeigt, wie wir den Pinsel oder den Spachtel halten und bewegen mussten, um genauso was wie er auf die Leinwand zu bringen und schon nach kurzer Zeit war das Bild plötzlich fertig. ich hätte nie gedacht, dass das so einfach ist. Das werd ich Zuhause auch noch mal versuchen.

Schön war auch unser (Tanja, André und ich) Ausflug zur Steilküste. Wir haben rumgealbert, Steine gesammelt, haufenweise Fotos geschossen und einfach die Zeit genossen. Genau dort ... zwischen der Abbruchkante, den Felsen und dem, an diesem Tag, doch recht stürmischen Meer war ich seit langem mal wieder richtig glücklich. Die Zeit mit Tanja und André war sowieso immer die Schönste.

Tanja's und mein Leitspruch war: halbes Hirn + halbes Hirn = ganzes Hirn. Was ich mir nich merken konnte, kam von ihr oder andersherum und ziemlich oft sogar waren wir: zwei Doofe, ein Gedanke!!! André, der war auch so ne Nummer für sich. Am Anfang konnte ich ihn überhaupt nich einschätzen, aber nach 2-3 Tagen hatte ich seine Masche durchschaut und er ist einem richtig ans Herz gewachsen.

Richtig viel Spaß hatten wir auch beim Tischtennis spielen. Am ersten Tag haben wir insgesamt 15 Spiele bestritten. 5 Matches à 3 Sätze und am Ende stand es 3:2 für André. Meine Revenge haben wir schneller hinter uns gebracht - 9 Gesamtspiele: 3 Matches à 3 Sätze (er gewann nur je ein Spiel pro Satz), Endstand 3:0 für mich. *fies grins* An unserem letzten gemeinsamen Sonntag dann das finale Deathmatch in 6 Spielen (3 Matches à 2 Sätze) konnte ich nicht einmal gewinnen. Aber das macht nichts, es hatte unheimlich viel Spaß gemacht und wir haben viel gelacht, das war die Hauptsache. 3 Wochen schienen zu Beginn verdammt lang zu werden, aber am Ende verflog die Zeit dann doch wieder rasend schnell und es kullerten die ersten Abschiedstränen. *heul*
Und bevor ich jetzt auch gleich wieder anfangen zu schluchzen, gibt's hier jetzt noch ein paar schöne Sonnenuntergänge.





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