Quelle: netzeitung.de
Barsinghausen feiert jeden Polen einzeln
31. Mai 18:06, ergänzt 19:23

Polens Fußball-Nationaltrainer Pawel Janas (r.) lässt seine Mannschaft warmlaufen.
Foto: AP
Die polnischen Fußball-Nationalspieler sind in ihrem niedersächsischen WM-Quartier stürmisch begrüßt worden. Am Vorabend wurden sie in der Heimat noch ausgepfiffen.
In der Heimat ausgepfiffen, in Deutschland gefeiert: Die polnische Fußball-Nationalmannschaft hat am späten Mittwochnachmittag ihre erstes öffentliches Training im WM-Land absolviert. Rund 3000 Fans feuerten die 23 Spieler aus dem Nachbarland an, als sie mit 30 Minuten Verspätung ins August-Wenzel-Stadion in Barsinghausen einliefen. Am Abend zuvor hatte das Team das Testspiel gegen Kolumbien in Chorzow 1:2 verloren und war von den einheimischen Fans ausgepfiffen und teilweise verhöhnt worden.
Kuszczak erhält Applaus
Bereits eine Stunde vor dem geplanten Beginn der Übungseinheit strömten die ersten Fans mit rot-weißen Fahnen, Mützen und Trikots ins Stadion. Geduldig warteten sie, bis jeder Spieler einzeln einlief. Sogar Torwart Tomasz Kuszczak, der gegen Kolumbien ein kurioses Gegentor aus 100 Meter Entfernung kassiert hatte, wurde bejubelt. Es gab nur vereinzelte Pfiffe, etwa als Trainer Pawel Janas auf den Platz kam. Vor dem Training wurde die polnische Nationalhymne eingespielt.
Die Mannschaft war am Mittwochmorgen ein halbe Stunde nach Mitternacht auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen gelandet und anschließend per Bus weitergereist in die Deister-Stadt, rund 30 Kilometer westlich der niedersächsischen Landeshauptstadt. In Barsinghausen warteten rund 200 Fans vergeblich, denn der Bus mit den Fußballern hielt nicht an. Die Profis ließen ihre Anhänger im Regen stehen. «Natürlich war die Niederlage eine kalte Dusche. Aber dass uns die Fans anschließend verhöhnt haben, ist ein Skandal», sagte Abwehrspieler Michal Zewlakow.
Polen hat nach Costa Rica und Ecuador als letzter Gruppen-Gegner der deutschen Mannschaft das WM-Quartier bezogen. Das Team von Trainer Pawel Janas trifft im zweiten Gruppenspiel am 14. Juni in Dortmund auf Deutschland. (nz)
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