Nehmen wir mal die Rolle des Dr. House. Der Typ ist arrogant, überheblich und antiautoritär, trotzdem ist ein brillanter Arzt. Hat sich nicht schon jeder einmal vorgestellt, wenn es wirklich hart auf hart kommt, einen Arzt wie ihn zu haben, der alles medizinisch Mögliche versucht und auch das Unmögliche?!?!?! Der Typ ist ein Arschloch wie er im Buche steht, dennoch kümmert er sich um seine Patienten & gibt nicht einfach auf. Leider ist Dr. House nur eine fiktive Gestalt
Die Realität sieht ganz anders aus. Hier wird z.B. ein Patient, dem die Ohrspeicheldrüse aufgrund einer Krebsdiagnose entfernt wird, am Tag nach der OP aus dem Krankenhaus entlassen (nicht auf eigenen Wunsch). Noch in der Nacht schwillt die operierte Stelle extrem an. Der Patient wird am nächsten Morgen in aller Frühe zurück ins Krankenhaus in die Rettungsstelle gefahren. Dort wird er versorgt, aber wieder nach Hause geschickt.
Die folgenden Monate quält sich der Patient mit Schmerzen. Sein behandelnder Arzt wiegelt jedes Mal ab, dass sich der Körper erst wieder erholen müsste und ignorierte mehr oder weniger die Bitten des Patienten um genauere Nachuntersuchungen.
Ungefähr ein Jahr nach der OP hat der Patient immer stärker werdende Schmerzen. Sein Arzt blockt immer noch ab. Der Patient hat endgültig die Nase voll und sucht sich einen neuen Spezialisten. Dieser nimmt sich der Sache an und veranlasst entsprechende Untersuchungen (CT, MRT etc.). Die Aufnahmen des MRT sind dem Arzt zu ungenau und müssen wiederholt werden. Nach etlichen Stunden kommt der Patient wieder nach Hause.
Die Untersuchungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, doch eine erste Diagnose ist gefallen. Es ist ein ca. 3cm im Durchmesser großes Gebilde auf den MRT-Bildern zu sehen. Der Patient ist äußerst beunruhigt, denn es gibt nur 3 Möglichkeiten:
1. Option: Es ist eine Art Verhärtung, die sich aufgrund der Entzündung gebildet hat
2. Option: Der Krebs ist zurück und hat erneut gestreut.
3. Option: Beides trifft zu.
Leider drückt das Gebilde langsam aufs Gehirn, deshalb ist sofortiges Handeln nötig. Der Patient hat sich noch heute entsprechende Überweisungen ausstellen lassen und harrt nun der Dinge, die da kommen. Am Dienstag ist OP-Termin.
Dieser Patient ist mein Vater.
Und langsam kriege ich Angst. Nachdem er gestern nach Hause kam und mir die Diagnose sagte, ist er nervlich völlig zusammengebrochen. So verzweifelt habe ich meinen Vater noch nie erlebt. Schon seit einigen Tagen verfolgt mich ein erschreckender Gedanke. Das mein Vater sterben könnte, ist uns allen seit der ersten OP klar.
Was aber schwer an mir nagt, ist, dass mich mein Vater später nicht bei meiner Hochzeit zum Altar führen wird. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass man nicht heiraten muss, aber wer weiß denn schon, was in den kommenden Monaten und Jahren passieren wird, wenn mir der Richtige über den Weg läuft. Dann ist mein Vater nicht mehr da, um diesen Moment mit mir zu teilen.
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