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Zwischen hoffen und bangen
posted by Consuela

16. April 2010 - 20:21

Ist es nicht eigenartig, dass einem meist in den ungünstigen Situation völlig sinnbefreite Sprüche einfallen?

Gestern beendete unser "Leiter für topographische Kartierung" die Teamleitersitzung mit den Worten: "Heute sind wir aber wieder einen ganzen Schritt weitergekommen!"
Mein Gedanke: Ja, stimmt, gestern standen wir noch am Abgrund.

Am Mittwoch fiel mir dann noch ein passendes Motto für die vergangenen 2 Arbeitswochen ein: "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich habe meine gestern beerdigt!"

Naja, was soll's. Hören wir auf trübsal zu blasen und schauen wir in die Zufunkt. Obwohl ... da ich grad bei trüb und Zufunkt bin ...
Die Nachrichten vom Donnerstag und Freitag waren ja nicht gerade super. Ich seh unseren Flug schon in Asche ersticken.

Quelle: n24.de

Keine Entspannung
Auch am Samstag Flug-Chaos programmiert


Die Aschewolke über Europa hat weite Teile des Flugverkehrs gestört. Auch für den Samstag gibt es keine Entwarnung. Im Gegenteil: Noch größere Gebiete sollen lahmgelegt sein.

Die gigantische Wolke aus Vulkanasche hat sich weiter über Europa ausgebreitet und das beispiellose Chaos im Flugverkehr noch verschärft. Europaweit rechneten die Experten mit insgesamt 17.000 Flugausfällen. Die Aschewolke aus Island brachte auch in Deutschland den Flugverkehr nahezu komplett zum Erliegen. Die riesige Wolke bewegte sich quer über den Kontinent in Richtung Südosteuropa, zwang zahlreiche Länder in Nord- und Mitteleuropa zur Schließung ihrer Flughäfen und machte zehntausenden Passagieren einen Strich durch ihre Reiseplanung.

Keine Besserung am Samstag

Für Samstag wurde nicht mit einer Besserung der Lage gerechnet. Ein Sprecher des Umweltministeriums in Reykjavik sagte, der Wind werde auch am Samstag die Asche des Vulkans weiter in Richtung Südosten treiben. Die Luftfahrtbehörde Eurocontrol rechnete auch für Samstag "mit erheblichen Störungen im Flugverkehr", wie einer der Sprecher der Behörde, Joe Sultana, in Brüssel mitteilte. In den kommenden 24 Stunden werde sich die Situation nicht grundlegend verändern. Nach Einschätzung von Eurocontrol konnten in der betroffenen Zone am Freitag nur rund 11.000 der 28.000 angesetzten Flüge starten. Bei den transatlantischen Verbindungen wurde nur mit etwa der Hälfte der täglich 600 Flüge gerechnet.

Deutsche Flughäfen bleiben geschlossen

Die deutschen Flughäfen bleiben am Samstag mindestens bis 8.00 Uhr geschlossen. Dies teilte die Deutsche Flugsicherung in Langen bei Frankfurt mit. Auch der Münchner Flughafen werde voraussichtlich im Laufe des Freitagabends geschlossen. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa strich ihre Flüge in Deutschland bereits bis Samstag 12.00 Uhr. Nur die nach und von München geplanten Flüge fanden noch bis 20.00 Uhr statt.

Eine Aufhebung der Luftraum-Sperrungen sei derzeit nicht absehbar, hieß es bei Lufthansa zur Begründung. Damit müssen Passagiere auch an diesem Samstag mit zahlreichen Flugausfällen rechnen. Bereits am Freitag war ein Großteil des Flugverkehrs von Lufthansa und anderen Airlines in Europa ausgefallen. Zuvor hatten bereits die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol und der Deutsche Wetterdienst erklärt, am Samstag sei zunächst mit keiner Entspannung zu rechnen. Auch mehrere Flughäfen hatten erklärt, dass sie auch am Samstagmorgen geschlossen bleiben.

Darum ist Asche so gefährlich

Die winzigen Partikel der Vulkanasche sind für Flugzeuge so gefährlich, weil sie sich auf den Triebwerksschaufeln festsetzen kann - bis diese ausfallen. Zudem wirken sie wie ein Sandstrahler. "Sie können damit wunderbar ein Flugzeug farblos kriegen", sagte der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. Die Fenster zerkratzen, die Sicht wird beeinträchtigt. Zudem können die Sensoren der Messgeräte für Höhe und Geschwindigkeit ausfallen. Für Mensch und Tier ist die Asche Experten zufolge nicht gefährlich. Auch massiver Ascheregen sei nicht zu befürchten.

In Europa starten und landen täglich normalerweise etwa 28.000 Flugzeuge - für Freitag rechnete Eurocontrol mit 11.000 Flugbewegungen. Von den normalerweise 300 Transatlantikflügen, die vormittags in Europa landen, kamen demnach nur etwa ein Drittel an. In Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden saßen hunderttausende Reisende an den Flughäfen fest - nachdem sie teils bereits eine Nacht auf Feldbetten in den Wartehallen zugebracht hatten. Nicht nur Urlauber, sondern auch Teilnehmer von Sportveranstaltungen und Konferenzen erreichten ihre Ziel nicht.

Chaos in Frankreich

In Frankreich verstärkten die Schließungen ohnehin vorhandenes Chaos: Bei der Staatsbahn SNCF wird seit Tagen gestreikt, zudem beginnen in einem Teil des Landes die Frühlingsferien, in einem anderen enden sie. Am Morgen machten dann auch noch 25 Flughäfen dicht, darunter die beiden Großflughäfen von Paris. Am Flughafen Amsterdam Schiphol seien 1500 Notbetten aufgestellt worden, teilte das niederländische Rote Kreuz mit. Verärgert zeigten sich viele Menschen über die Hoteliers der Umgebung: Die Preise selbst der billigsten Hotelzimmer seien sofort in die Höhe geschossen, berichtete der Nachrichtensender NOS. Eine Übernachtung habe teils statt 60 bis zu 200 Euro gekostet.

Über eine generöse Geste konnten sich dagegen Flugreisende aus Saudi-Arabien freuen: Alle in London Gestrandeten dürften auf Kosten von Kronprinz Sultan im Hotel übernachten, berichtete die Zeitung "Saudi Gazette". Der Prinz habe der Botschaft in London mitgeteilt, er wolle für seine Landsleute die Hotelrechnungen begleichen.

Unterdessen gaben die Behörden in Schweden und Norwegen den Flugverkehr in den jeweils nördlichen Landesteilen wieder begrenzt frei. Die Konzentration von Lavaasche in der Luft habe deutlich abgenommen, hieß es. In der Region hatten zeitweise auch keine Rettungshubschrauber oder -flugzeuge mehr abheben dürfen - fatel vor allem für Kranke und Verletzte in dünn besiedelten Gebieten.

Für Rettungsflieger in Deutschland steht ein Flugverbot derzeit nicht zur Debatte. "Wir fliegen unter 1000 Fuß. Die Aschewolke ist viel weiter oben", sagte eine ADAC-Sprecherin in München. Dies gelte auch für andere Rettungsdienste.

...

Vulkan verliert an Kraft

Wie lange die Sperrungen noch andauern werden, konnten die Experten zunächst nicht abschätzen. "In Europa hat es noch niemals eine vulkanische Eruption gegeben, die zu solch einer großen Aschewolke führte", sagte Eurocontrol-Chef Brian Flynn. Der Vulkan stößt derzeit allerdings weniger gefährliche Stoffe aus und hat an Kraft verloren. Das ergab ein nächtlicher Überwachungsflug der isländischen Küstenwacht. Die Aschewolke habe jetzt eine "reinere" Zusammensetzung, sie bestehe fast nur noch aus Wasser sowie Steinpartikeln. Dies bedeutete aber nicht, dass sich ein Ende des Ausbruchs abzeichne.

"Je nachdem, was der Vulkan noch ausspuckt und wie sich die Winde entwickeln, wird es weiterhin große Probleme geben", sagte Brian Flynn. "Außerdem muss man bedenken, dass die bisherigen Flugausfälle natürlich ihre Nachwirkungen haben. Von Normalität sind wir noch weit entfernt." Vulkanexperten in Reykjavik verwiesen darauf, dass der letzte Ausbruch des Vulkans im Jahr 1821 erst nach zwei Jahren endete - wobei Phasen mit starker und schwacher oder gar keiner Aktivität sich einander ablösten.

(AFP, dpa, N24) - 16.04.2010 20:23 Uhr

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