Eigentlich hatte alles bereits am Mittwoch letzter Woche angefangen. Sandra, eine Freundin aus München, hatte sich nach langer Abwesenheit endlich mal wieder in Berlin blicken lassen und blieb dann auch bis Samstag. Es versprach wie immer witzig zu werden. Der Freitag, wie gesagt, war mein persönliches Highlight.
Nach einem gemütlichen Frühstück auf dem Balkon tauschten wir einige unserer New York Fotos aus und schwelgten in Erinnerungen. Au man, ich hab mich gefühlt, als wäre ich gerade erst eben aus New York zurückgekommen. Und was ich ja derzeit richtig spannend finde, ist, dass wenn ich mir irgendwelche Filme oder Serien anschaue, die in New York oder Washington D.C. spielen, ich mich plötzlich wieder als Teil dieser Stadt fühle. Auf einmal ist man wirklich wieder dort und weiß genau, was hinter der nächsten Kreuzung zu finden ist.
Okay, bevor ich mich jetzt wieder in Erinnerungen verliere, schreib ich doch lieber weiter. Gegen 14 Uhr haben wir uns dann aufgerafft und sind in die Innenstadt gefahren. Ich hatte Sandra kurz bevor sie ankam noch eine Kleinigkeit nachträglich zu ihrem Geburtstag besorgt, einen Gutschein von *itter *port. Nachdem Dani und ich vor einiger Zeit diesen Laden entdeckt hatten, dachte ich mir, es wäre doch eine nette, kleine Überraschung für Sandra, zumal man sich dort nicht einfach nur so mit sämtlichen Kreationen die es einmal gab eindecken kann, nein, man kann sich sogar seine eigene, ganz persönliche Tafel *itter *port erstellen. Man wählt zwischen Vollmilch und Zartbitter und kann sich dann bis zu 4 Zutaten aussuchen, welche noch in Schoki kommen sollen. Okay … keine Panik … wie lange hab ich zeit mir auszusuchen, was ich nehme? HILFE!!! Die Auswahl dort ist einfach zu groß. Naja, nach gefühlten Stunden, glaube aber es waren dann doch nur 30 Minuten in Echtzeit, hatte Sandra dann ihre 4 Gutscheintafeln und ich meine Bestellung einer Tafel fertig. Jetzt hieß es warten. Nach einer halben Stunde kann man sich seine Kreationen dann abholen, denn dann sind sie ausgehärtet.
Da es sich aber nicht gelohnt hätte noch mal schnell wo anders hinzufahren, blieben wir dort im Laden und suchten uns einen Tisch zum Warten. Auf der anderen Straßenseite fiel uns dann eine Menschenmenge auf, die sich vor der Eingangstür des Borchardts tummelte. Mich machten vor allem die Fotographen neugierig, schließlich ist das Borchardt kein allerwelts Imbiss. Glücklichweise hatte ich meine Kamera ebenfalls dabei und legte sie mir schon parat. Keine 10 Minuten später kommt Bewegung in die Menge – Blitzlichtgewitter und Rufe werden laut. Und plötzlich verlässt ganz gemütlichen Sylvester Stallone das Restaurant, schreibt Autogramme, lässt sich ablichten und dann ganz lässig davon chauffieren. Von meinem Platz bei *itter *port hatte ich eine gute Sicht auf die Tür und konnte auch ein paar Fotos schießen. Einmal hatte ich sogar richtig Glück, dass Stallone (mein Gott, ist der Mann klein) auf einer der Treppenstufen stand und die Autogrammjäger ein paar Stufen tiefer.

Na das war mal ein Ding, aber der Tag war ja immer noch nicht zu Ende.
Sandra und ich sind dann, nachdem unsere Schoki endlich ausgehärtet war, noch Sushi essen gegangen, für Sandra übrigens eine Premiere. Aber wie es aussah hatte es ihr geschmeckt, schließlich bedeutet Sushi ja auch nicht „roher Fisch“, wie viele Leute ja fälschlicherweise denken.
Quelle: Sushi
Was Sushi bedeutet?
Sushi ist japanisch und stammt vom Adjektiv "sushi" – das bedeutet soviel wie „säuerlich“. Es weist auf den typischen, essigartigen Geschmack hin. Den bekommt der Reis übrigens tatsächlich von einem speziellen Sushi-Essig, in dem unter anderem Salz und Zucker enthalten sind.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns auf dem Weg zum Stadion. Nein, diesmal nicht meine zweite Heimat - das Olympiastadion – wir wollten ja schließlich auch nicht zu den Profis von Hertha BSC. Nein, wir fuhren zum Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark, wo das erst Ligaspiel der Hertha BSC U23 gegen den Halleschen FC stattfinden sollte. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsstufe wurde das Spiel wahrscheinlich nicht im eigenen Amateurstadion abgehalten und wurde deshalb mal wieder verlegt. Aber uns sollte das recht sein, so hatten wir es dann am Abend wenigstens nicht so weit bis nach Hause.
Das Spiel an sich war jetzt nicht so der Burner. Es war zwar an und für gut anzuschauen, aber außer den Toren gab es nichts wirklich Auffälliges. Hertha BSC U23 und der Hallesche FC trennten sich nach 90 Minuten mit einem 2:2. Wo bei ich doch noch kurz erwähnen möchte, wer den 1:1 Anschlusstreffer für unsere Jungs schoss – Andreas „Zecke“ Neuendorf - Rückennummer 30. Ja, der verlorene Sohn ist zurückgekehrt und hat in seinem ersten Ligaspiel auch gleich getroffen. Sehr schön, weiter so.
Sandra und ich warteten dann nach dem Spiel noch auf unseren Torschützen. Der ließ aber leider wie immer verdammt lange auf sich warten. Es standen kaum noch Autos auf dem Parkplatz, es schien fast so, als wäre er einer der Letzten gewesen, der die Kabine verlassen hatte. Man man man, und da sagen die Männer immer, wir Frauen brauchen lange. Okay, kann aber auch am Alter liegen, n alter Mann is schließlich kein D-Zug. Sandra hatte Zecke ja desöfteren in Ingolstadt besucht und ich hab ja nun auch schon meine kleine Vergangenheit mit ihm und so freuten wir uns auf ein Wiedersehen mit ihm.
Gegen 22 Uhr fand er dann nun auch endlich den Weg in Freie und begrüßte mich schon von weitem mit einem lauten: „Hey, mein blonder Engel!“ Okay, dass ich nicht mehr blond bin und das schon seit jetzt fast einem Jahr konnte er aufgrund der Dunkelheit und meines Basecapes nicht sehen, aber darüber werde ich ihn später bei einem meiner nächsten Trainingsbesuche aufklären. Als er Sandra dann noch bemerkt, war er kaum mehr aufzuhalten und knuddelte uns zur Begrüßung erst mal richtig. Diese Überraschung war uns echt gelungen, er freute sich riesig uns zu sehen. Gegen 22:40 und zwei weiteren Umarmungen trennten wir uns dann aber wieder, schließlich war es schon spät und er hatte noch Hunger, aber erst nachdem Sandra ihm versprechen musste, jetzt wieder öfter nach Berlin zu kommen und ich soll nun auch wieder öfter beim Training vorbeischauen, jetzt da er ja wieder da ist.
Ja ja, unsere kleine Hass-Liebe, da sieht man’s mal wieder, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Aber um ehrlich zu sein, hat er sich an dem Tag mächtig Sympathiepunkte gesichert. Mal sehen, wie lange diese Stimmung anhält, ich kenn ihn schließlich auch anders und wer Zecke kennt, der weiß, dass man bei ihm immer auf der Hut sein sollte und auf blöde Spruche gefasst sein muss. Der kam zwar auch am Freitag, aber in abgeschwächter Form und Zecke wäre schließlich nicht Zecke, wenn da nichts kommen würde.
Und so machten wir uns dann glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Alles in allem ein sehr ereignisreicher und gelungener Tag, davon muss es in Zukunft definitiv wieder mehr geben.
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