WM
16.05.2006 15:00
Polen: Krzynowek und Smolarek sind nominiert - Boniek übt scharfe Kritik
Dudek: "Wie ein Aprilscherz"
Zwar war schon im Vorfeld der Nominierung angeklungen, dass die WM-Chancen für Jerzy Dudek bei Deutschlands Gruppengegner Polen nicht gerade günstig sind, dennoch überrascht die Nicht-Berücksichtigung des erfahrenen Schlussmanns des FC Liverpool.
Nicht einmal als Ersatzmann dabei: Polens Ex-Nummer eins Jerzy Dudek.
Polens Trainer Pawel Janas hat sich für Artur Boruc vom schottischen Tabellenführer Celtic Glasgow als Nummer eins entschieden und zieht zudem Tomasz Kuszczak vom englischen Erstligisten West Bromwich Albion gegenüber Dudek vor.
Der Champions-League-Held des vergangenen Jahres zeigte sich bitter enttäuscht über die Nichtberücksichtigung und vor allem darüber, von Janas nicht persönlich informiert worden zu sein. Daher schickte er dem Auswahltrainer auch eine SMS, in der er seinen Frust über die Art und Weise der Informationspolitik mitteilte. Unterstützung bekam der Schlussmann, der seinen Stammplatz bei den "Reds" an den Spanier "Pepe" Reina verlor, vom früheren polnischen Fußball-Star Zbigniew Boniek, der auch die Nichtnominierung des England-Legionärs und Torjägers Tomasz Frankowski (Wolverhampton) bemängelte.
"Wenn er mit dieser Mannschaft die Gruppenspiele übersteht", so Boniek in einer Kolumne der Tageszeitung "Dziennik", "dann hat er ein Team für die EM. Ansonsten ist er seinen Job wahrscheinlich los."
Frankowski war in der WM-Qualifikation mit sieben Torerfolgen bester Schütze der Polen. "Er hat Janas immer geholfen, das hat er nicht verdient", schrieb Boniek, WM-Dritter von 1982.
Janas verteidigte seinerseits die Nichtberücksichtigung Frankowskis damit, dass dieser "an sich, und nicht an die Mannschaft denkt". Dudek wolle er aus Respekt vor dessen vergangenen Leistungen vor der Reservistenrolle schützen. Dudek daraufhin: "Mir kommt es wie ein Aprilscherz vor."
Polens Torwart-Trainer Jacek Kazimierski hatte Ende April schon anklingen lassen, dass der 33-jährige Torwart "seine Hoffnungen, im WM-Kader zu stehen, aufzugeben" habe.
Dafür fanden die Bundesliga-Legionäre Jacek Krzynowek von Bayer Leverkusen und Ebi Smolarek von Borussia Dortmund Berücksichtigung im Aufgebot der polnischen Nationalmannschaft.
Vom 22. bis zum 29. Mai wird Trainer Pawel Janas seine 23 nominierten Spieler im schweizerischen Bad Ragaz auf das Turnier vorbereiten, um dann das WM-Quartier in der Sportschule Barsinghausen aufzuschlagen.
Der WM-Dritte von 1974 ist in der Gruppe A am 14. Juni in Dortmund der zweite Gegner der deutschen Auswahl. Zudem treffen die Polen am 9. Juni in Gelsenkirchen auf Ecuador und am 20. Juni in Hannover auf Costa Rica.
Das WM-Aufgebot Polens:
Tor:
Artur Boruc (Celtic Glasgow/Schottland)
Tomasz Kuszczak (West Bromwich Albion/England)
Lukasz Fabianski (Legia Warschau)
Abwehr:
Jacek Bak (Al-Rayan/Katar)
Mariusz Jop (FK Moskau/Russland)
Michal Zewlakow (RSC Anderlecht/Belgien)
Marcin Baszczynski (Wisla Krakau)
Seweryn Gancarczyk (Metallist Tscharkow/Ukraine)
Mariusz Lewandowski (Schachtjor Donezk/Ukraine)
Dariusz Dudka (Wisla Krakau)
Mittelfeld:
Jacek Krzynowek (Bayer Leverkusen)
Miroslaw Szymkowiak (Trabzonspor/Türkei)
Radoslaw Sobolewski (Wisla Krakau)
Euzebiusz Smolarek (Borussia Dortmund)
Kamil Kosowski (FC Southampton/England)
Arkadiusz Radomski (Austria Wien/Österreich)
Sebastian Mila (Austria Wien/Österreich)
Damian Gorawski (FK Moskau/Russland)
Piotr Giza (Cracovia Krakau)
Angriff:
Maciej Zurawski (Celtic Glasgow/Schottland)
Grzegorz Rasiak (FC Southampton/England)
Pawel Brozek (Wisla Krakau)
Ireneusz Jelen (Wisla Plock)
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