Dieser Satz ist bei uns auf Arbeit zum Leitspruch geworden.
Egal, was man macht, ArcMap findet immer einen Weg, den Workflow (von uns auch "Wörkfloh" genannt) zu stören, sei es durch den plötzlichen Verlust der Connection mit der Datenbank oder aber durch sinnbefreite Fehlermeldungen, wie z.B. "ArcMap hat ein Problem festgestellt und muss beendet werden." Was denn für ein Problem? Hat es sich selbst wieder als Problem erkannt und beendet sich freiwillig?! Ist ArcMap vielleicht depressiv?
Oh mein Gott, jetzt ergibt alles einen Sinn. ArcMap hat Depressionen!!!
Aber um auch mal ein guten Wort über dieses Programm zu verlieren, sei hier gesagt: Mal abgesehen von sämtlichen Macken, die ArcMap hat, wurde ich heute doch tatsächlich Zeugin eines Wunders.
Um für unsere Projekte ein schnelleres und einfacheres Erstellen von Karten zu bewerkstelligen, gibt es ein mehr oder weniger "neues" Layout-Tool (DS Map Book) von ESRI für ArcMap. Bisher gab es allerdings Probleme damit, da das Tool mir alles mögliche erstellt hat, aber nicht das, was und wie ich es haben wollte. Auf Nachfragen per Mail bei unseren Partnerfirmen (Mail wurde vor 3 oder 4 Wochen abgeschickt) kam keine Antwort, da die am Anfang damit auch so ihre Sorgen und Probleme hatten. Heute morgen hatte ich schon fast beschlossen es noch einmal per Telefon zu versuchen, aber so leicht wollte ich mich nicht geschlagen geben. Bereits vor Wochen hatte ich mich mit dem Thema "Map Book" beschäftigt, leider mit ausbleibendem Erfolg. Und bevor ich bei den Partnern anrufe, wollte ich eine letzte Idee ausprobieren.
Also: Koordinatensystem festgelegt, Punkte gesetzt, Polygone erstellt, Attribute vergeben, in das Projekt geladen und gehofft, dass es funktioniert.
Und siehe da, Wunder Nummer 1: Es klappt!!! Jetzt poppten zwar neue Hinweisfenster en mass auf, um die ich mich später noch kümmern kann und werde, aber wenigstens erscheinen keine Fehlermeldungen. Das ist ja schon mal ein Plus.
Nachdem das funktioniert hatte, musste ich mir nur noch eine Möglichkeit überlegen, wie ich den Prozess des "Koordinatensystem festlegen, Punkte setzen, Polygone erstellen, Attribute vergeben" optimieren könnte, da das Ganze ziemlich viel Zeit frisst und für unsere hohe Anzahl an derzeitigen und hoffentlich künftigen Projekten sehr aufwendig ist. Also hab ich einen meiner Kollegen gefragt, der auch gleich ne Idee hatte, die er kurz darauf zwar wieder verwarf und sich was anderes einfallen lassen wollte. Schließlich gäbe es da eine bestimmte Funktion in ArcMap, die das was ich wollte, wohl möglich macht.
Gut, er wollte Zuhause noch mal seine Unterlagen studieren. Ich hingegen wollte seine erste Idee noch nicht so schnell verwerfen, das sah auf den ersten Blick recht viel versprechend aus. Also zurück an meinen Rechner und die Routinen erstellt. Naja, die Glühlampe wurde auch nicht beim ersten Versuch erschaffen, aber nach dem 10 oder 11 Versuch hatte ich die optimalen Einstellungen gefunden.
Ach so, mein Problem?! Ich wollte aus einem großen Polygon 12 gleichgroße Polygone zaubern, ohne händisch X-Punkte zusetzen, um dann den Hauptpolygon zu zerschneiden. Klingt zwar erstmal nicht schwierig (ist es auch nicht), aber das ewige zoomen und 100%ig genaue setzen der 14 Punkte auf den Grad- und Minuten-Koordinaten, ist verdammt anstrengend und Kopfschmerzen verursachend. Ja, heute gab's schon wieder Kopfschmerzen und diesmal definitiv nicht vom Kopfkino. Schade eigentlich.
Aber egal, zurück zum eigentlichen Thema. Meine Einstellungen für das Erstellen der Polygone hatte funktioniert. Jetzt musste ich nur noch testen, ob diese Polygone auch wirklich da lagen, wo sie sein sollten. Also hab ich schnell ein Testprojekt vorbereitet, die Daten geladen, das Polygon-Shape verknüpft und "Map Book" gestartet.
Wunder Nummer 2: ArcMap machte genau das, was und wie ich es wollte.
YES!!! Yes, I can!!! Passend dazu spielte mein mp3-Player "I am the Greatest" von Culcha Candela. Ein Problem weniger auf meiner Liste und ich muss mich glücklicherweise nicht an unsere Partner wenden. ;P
Allen, denen dieses Programm nicht bekannt ist, sei gesagt: Ihr könnt euch glücklich schätzen!!!
Normalerweise reagiert das Programm folgendermaßen:
DU hast die Lösung zu einem Problem oder eine Idee zur Verbesserung/Erleichterung bestimmter Arbeitsprozesse und versuchst das mit ArcMap umzusetzen. Stellen wir uns doch mal vor, das Programm könnte sprechen, es würde ganz sicher folgenden Satz sagen: "Du hast eine Lösung für das Problem? Cool. Super. Viel Spaß, ... aber nicht mit mir!!!" *lange Nase zeigt*
Und die Moral von der Geschichte:
ArcMap kann Spaß machen, muss (wird) es aber nicht!!!
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