Wenn man mit der Bahn unterwegs ist, lernt man immer wieder neue Dinge kennen, sei es ein extrem emotionaler oder ein überkorrekter "sich-die-Fahrgäste-durch-extremes-Dummgelaber-zum-Feind-machender-weil-der-Zug-eine-gefühlte-Ewigkeit-vor-dem-Bahnhof-stehender" Zugbegleiter oder aber der lockere Typ, der mit Durchsagen punkten kann, wie "So, ihr Lieben, in Kürze erreichen wir Berlin Hauptbahnhof.". Die Favoritin meines Kollegen wird von uns hingegen nur Miss0190 genannt, die Frau haucht dermaßen sinnlich ins Mikrofon, die muss früher für ne Erotik-Hotline gearbeitet haben. Mein Kollege fängt immer an zu strahlen, wenn sie die Durchsagen macht.
Aber nicht nur die Zugbegleiter sind des Öfteren unterhaltsam, nein, auch die Mitfahrenden schaffen es immer wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen, siehe einige meiner Posts aus der Vergangenheit. Seien es angetrunkene Jugendliche, die nachts in der Großstadt feiern waren und dann gröhlend auf dem Weg in ihr kleines Dörfchen sind oder aber Kolleginnen, die sich schon fast eine Überdosis Kaffee reingezogen haben und daraufhin endlos quatschen und dabei schrill lachen. Boah, wie ich sie morgens hasse.
Es ist 5:30 und ich will einfach nur die halbe Stunde Fahrt schlafen oder wenigstens etwas dösen. Aber nein, da steigt so ne Diskonullpe zwischendurch ein, setzt sich genau hinter mich und isst n Döner mit allem drum und dran. Bloß gut, dass ich immer erst auf Arbeit frühstücke, sonst hätte ich ihm aufgrund des Zwiebel- und Knoblauchgestanks auf die Füße gekotzt. Einfach herrlich, ich liebe Bahn fahren.
Labels: Buchtipp, Kurioses aus S/U-Bahn



